Montag, 11. Juli 2016

Gastbeitrag: "Ein Sommer am See" von Mario Tamaki und Jilian Talaki

Heute gibt es ein Gastposting von Lina von Herzenssachen zu einem hier im Blog schändlich vernachlässigten Genre, der Graphic Novel. Viel Spaß damit!
 

"Mein Blog heißt Herzenssachen. Nicht nur, weil ich mit viel Herzblut nähe, sondern weil ich Euch auch gerne Dinge zeige, die mir am Herzen liegen oder die ich von Herzen gerne tue.
Lesen zum Beispiel! :-)
Bücher zu empfehlen überlasse ich eigentlich lieber anderen Bloggern und hole mir dort nur sehr gerne die guten Buchtipps.
Heute fiel mir beim Blick auf meinen Nachtschrank auf, daß ich bisher nur selten etwas über Graphic Novels gelesen habe. Man kann sie auch grafischer, oder illustrierter Roman, oder Comicroman nennen.

Fakt ist, daß ich schon mein Leben lang Comics liebe und lese. Es war immer mein "Fast Food"- Lesefutter für zwischendurch.
Als Kind habe ich neben "Hanni und Nanni", den "Drei Fragezeichen" und den "Fünf Freunden" immer "Das lustige Taschenbuch", "Spiderman", "Superman" oder den "Silversurfer" gelesen.
(Gott sei Dank hatte ich einen spendablen Patenonkel, denn allein hätte ich mir diese Heftchen nie leisten können!)
Wenn der Heftchennachschub nachließ, gab es in der Bücherei im Ort zumindest "Die Peanuts" , oder "Asterix und Obelix". :-)
Heute lese ich weniger klassische Comics, sondern eher "Graphic Novels". In ihnen werden entweder schon vorhandene Romanvorlagen mit meist wundervollen Zeichnungen neu erzählt oder es wird eine neue Geschichte geschrieben.

Eine der besten, welche ich in der letzten Zeit gelesen habe, ist: "Ein Sommer am See" von Mario Tamaki und Jilian Talaki.

In der Geschichte geht es um 2 Mädchen .....keine kleinen Kinder mehr, aber noch lange keine Frauen....... die wie jedes Jahr mit ihren Familien ihren Urlaub am See verbringen. Windy und Rose sind Sommerfreundinnen, aber dieses Jahr ist alles anders. Die alljährliche Idylle bröckelt, es gibt viele Sorgen und Geheimnisse und Pubertätsthemen werden wichtig. Trotzdem wird die Geschichte leicht und locker in der Ich-Perspektive von Rose erzählt, so daß man fast glaubt, selbst am See zu sitzen und die Sonne auf der Haut zu spüren. Eine echte Sommergeschichte!!

Die Zeichnungen sind großartig und atmosphärisch!




Wer jetzt Lust bekommen hat, auch einmal durch ein "Comicbuch für Erwachsene" zu blättern, aber nicht so viel Geld ausgeben möchte, kann es mal in der Bücherei probieren. Meistens haben die auch schon eine gute Auswahl!

Die Jüngste im Hause Herzenssachen haben wir wohl auch mit dem Comicthema infiziert, nur bei ihr geht es mehr um Mangas......aber das ist ein anders Thema! :-)



Liebe Grüße
Lina
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Donnerstag, 7. Juli 2016

Buchthema: Juli - September 2016

Das Buchthema für die Sommermonate Juli bis September lautet:

"Lies ein Buch mit Blau, wie das Meer. 
Wähle ein Buch, in dessen Cover die Farben Blau vorkommt"

Caro liest:

Bine liest:

Donnerstag, 30. Juni 2016

Abschluss Buchthema Juni

Heute findet das Buchthema vom Juni seinen Abschluss. 
Es lautete "Lies ein Self-Publishing-Book"

Bitte tragt euch in die Liste ein und vergesst nicht, euer gelesenes Buch hinter eurem Namen in Klammern zu setzen.

Morgen kommt das neue Thema!


Mittwoch, 29. Juni 2016

"Die Eismacher" von Ernest van der Kwast

Ganz anders als erwartet, nämlich viel besser: 
Die Familie Talamini aus einem kleinen Dorf in Italien, kann auf eine lange Tradition von Eismachern zurückblicken. 1891 hörte der Großvater Giuseppe zum ersten Mal davon, dass man Speiseeis herstellen kann. In jener Nacht, als er als Junge seinem Vater dabei half, Eis von den Hängen des Gletschers in riesige Waggons zu verladen, die durch den gerade fertiggestellten Gotthard-Tunnel transportiert werden sollten, besiegelte er das Schicksal sämtlicher nach ihm folgender Generationen. Denn in den darauffolgenden Jahren wanderte er jeden Sommer zu Fuss nach Wien, die schwere Eismaschine, eine Holztonne mit Metallzylinder und einer Handkurbel, auf seinem Rücken und verkaufte dort Eis in den verschiedensten Sorten. 

"Das Wichtigste ist ein gutes Rezept", erklärte der Eismacher. 
"Wie komme ich an ein gutes Rezept?" 
"Die besten sind geheim, aber eins kann ich dir geben. Wenn du damit zurechtkommst, musst du einfach etwas anderes ausprobieren." Als er weitersprach, dämpfte er die Stimme. "Alles ist möglich, man kann aus allem Eis machen."  
Worte eines Propheten.

So wurde auch der Vater ein Eismacher. Seit 57 Jahren betreibt er im Sommer ein Eiscafé in Rotterdam, zusammen mit seiner Frau. Und natürlich arbeiten dort auch seine beiden Söhne, wenn sie Zeit haben, Luca und Giovanni. Und es ist keine Frage, dass sie das Eiscafé in die nächste Generation führen werden, ohne Murren, ohne Fragen, weil es die Tradition so will.

"Eismacher weinen nicht, sie schwitzen. Sie leiden, sie haben keinen Sommer, sie haben kein Leben."

Doch Giovanni ist anders. Er entdeckt die Liebe zur Lyrik, bricht mit der Familie und verlässt den Eismacherteufelskreis, der ganze Familien knechtet, ihnen keine andere Wahl lässt, sie von morgens bis abends über der Theke stehen lässt, um Kindern, Eltern, Studenten und Touristen die neuesten Kreationen zu überreichen. Er bereist die Welt, trifft Dichter und Poeten aus der ganzen Welt und kehrt doch immer wieder nach Rotterdam zurück, in das Eiscafé, das sein Bruder inzwischen mit seiner Frau und den Eltern betreibt, um sich ihren Vorwürfen zu stellen, warum ausgerechnet er meinte, das Leben hätte noch etwas anderes zu bieten als Eis.

Erwartet hatte ich eine locker-leichte Sommergeschichte über eine Eismacherfamilie, bekommen habe ich etwas ganz anderes: eine Geschichte, die die Härte dieses Lebens beschreibt, die Zerissenheit einer Familie, verletzte Gefühle und doch kann keiner ohne den anderen. Wie kann es jemand wagen, mit dieser ganzen Familientradition zu brechen und sich ein anderes Leben aufzubauen? Und dann auch noch Lyrik? Und gerade diese Mischung hat das Buch für ich besonders lesenswert gemacht. Auf der einen Seite die Beschreibung der Tradition, wie hat das erste Eis geschmeckt, dass der Großvater im Keller des Bergdorfes zusammen gerührt hat, nachdem er stundenlang am Fuße des Gletschers Eis gesammelt hatte? Was ist das Faszinierende am Eis, dass sich ihm ganze Generationen untergeordnet haben? Und auf der anderen Seite das Moderne, etwas das keiner außer Giovanni erfassen kann, die Liebe zum Wort, zur Poesie und die Beschreibung der verschiedenen Festivals zu Ehren verschiedenster Dichter auf der ganzen Welt.