Dienstag, 28. Juli 2015

Elisabeth wird vermisst.

Maud hat Alzheimer. Langsam aber stetig übernimmt diese Krankheit immer mehr ihren Geist, ihr Handeln, ihre Gedanken. Sie ist eine alte Dame, der niemand glaubt; eine alte Dame, die sich manchmal nicht sicher ist, ob sie sich selbst glauben kann. In ihrer Handtasche befinden sich unzählige kleine Notizzettel, auf denen Maud sich Dinge notiert hat, die sie nicht vergessen darf. Auf den meisten Zetteln steht "Elisabeth wird vermisst". Maud ist sich ganz sicher, dass ihre Freundin Elisabeth vermisst wird. Bei ihr zu Hause macht niemand auf und ans Telefon geht sie auch nicht. Maud sucht Elisabeth und sucht immer wieder bei ihrer Tochter Helen Hilfe.


"Da hängt ein großer Zettel über dem Ofen, auf dem steht, dass ich mir nichts kochen soll, aber ich hätte doch so gerne ein Ei zu meinem Toast. Ein Ei zu kochen ist doch sicherlich erlaubt. Schließlich kann man das kaum kochen kennen. Ich drehe das Gas auf und fülle einen Kochtopf mit Wasser....

Helen kümmert sich um ihre Mama. Sie geht für sie einkaufen, wobei Maud selbst gut und gerne einkauft, am liebsten Dosenpfirsiche, und bittet sie immer  wieder, nicht den Gasherd anzustellen. Aus Mauds Sicht wird beschrieben, wie sie durch den Tag geht, wie sie vergisst, dass sie schon gegessen hat und sich deswegen schon wieder ein Toast mit Käse belegt. Sie vergisst den Weg von Elisabeths Haus zu ihrem eigenen Haus und so ist Helen immer wieder gefordert, ihrer Mama zu Hilfe zu eilen.

Maud kann das Hier und Heute nicht mehr verstehen, aber die Vergangenheit, die sieht sie gestochenscharf vor ihrem inneren Auge. Ihre Kindheit und Jugend, die Kriegsjahre, das Familienleben, der Untermieter Doug und das schlimmste und einschneidendste Ereignis: das Verschwinden ihrer älteren Schwester.

Emma Healey erzählt zwei Zeitebenen und das mag ich sehr. Mal machen wir uns auf die Suche nach Elisabeth, mal auf die Suche nach Mauds Schwester. Ob die beiden gefunden werden, verrate ich nicht. Elisabeth wird vermisst ist eine einfühlsame und spannende Geschichte und trotz der tragischen Umstände kommt der Humor keineswegs zu kurz.

Montag, 20. Juli 2015

Das Jahr des Rehs.

Das Jahr des Rehs ist ein wunderwundervoller Briefroman. Eigentlich ein Emailroman. Bella Becker und Sabine Born waren in der Jugend unzutrennlich. Nach dem Studium verloren sie sich aus den Augen. 17 Jahr später schreibt Bella eine Email an ihre alte Freundin Bine. Sie ist ein bisschen aufgeregt, weil sie zum einen gar nicht sicher ist, ob sie die richtige Email Adresse von Bine im Internet gefunden hat, zum anderen hat sie die Befürchtung, dass Bine vielleicht gar keine Lust auf die Wiederbelebung der alten Freundschaft hat. Bine hat aber große Lust und freut sich sehr über die Email ihrer Freundin. Die beiden schreiben sich fortan regelmäßig Mails, lachen und weinen über alte Zeiten, schreiben aber meistens über das Hier und Jetzt.


Bella lebt mit ihrem Sohn in Berlin. Sie ist Journalistin und hält an der On-Off-Beziehung zu ihrer Jugendliebe fest. Sie kann Gefühle so schön in Worte fassen, ist mal fröhlich glücklich und dann wieder traurig und betroffen. Bine ist in ihrem hessischen Heimatort hängen geblieben, ist erfolgreiche Architektin, hat zwei Kinder, Mann und Hunde. Sie ist unglücklich, die Ehe steht vor dem Aus. Immer mal wieder treffen sich die Freundinnen, was in weiteren Emails erkenntlich wird, aber die meiste Zeit schreiben sie.

"Schon 6.45 Uhr, guten Morgen nach Engbach, jetzt brauch ich ein Schokocroissant und einen starken Kaffee. Ob der Bäcker unten das weiß?! Und dann leg ich mich noch mal ins Bett, wenn die Sonne aufgeht an diesem Sonntag und der Mond sich versteckt bis zur nächsten Runde...

Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen. Das Leben der beiden Frauen, die beide um die 40 Jahre sind, wird so real und greifbar erzählt. Es ist ein Gegenwartsroman, in den ich mich sehr gut reindenken und einfühlen konnte. Kurzweilig und inspirierend, selbst mal wieder mehr zu schreiben und zwar richtig zu schreiben, nicht nur Kurznachrichten zu verfassen. 


Montag, 13. Juli 2015

Der Rosie Effekt.


Nachdem ich von Teil 1 "Das Rosie Projekt" restlos begeistert war (ich hatte darüber hier nicht geschrieben, weil Caro das im Dezember 2014 schon tat) war klar, das ich auch Teil 2 lesen müsse.

Er ist gut, aber nicht so gut, wie der erster Teil. Don und Rosie sind mittlerweile ein Paar. Sie leben zusammen in New York und arbeiten beide dort an der Uni. Er als Professor der Genetik, sie steckt mitten in der Arbeit für ihre Dissertation. Nebenbei arbeiten beide in einer Bar als Cocktailmixer. Rosie ist schwanger. 


Man ahnt es schon: Don, nimmt diese Information nicht einfach so hin, nein, der stürzt sich in die Recherche rund um das Thema Schwangerschaft, denn er will der beste und brillanteste Papa schlechthin werden. 

Daraus entwickeln sich wieder einmal eine Menge skurrile Situationen, in denen Don improvisieren muss und sich immer weiter und tiefer in Lügen verstricken muss, damit Rosie nichts merkt. Durch sein Handeln und den daraus resultierenden Situationen verlieren die beiden immer mehr den Kontakt zueinander und leben eigentlich nur noch nebeneinander her. Rosie, die ich im ersten Teil sehr mochte, ging mir im zweiten Teil hin und wieder einfach auf den Wecker. Sie kennt doch Don! Sie weiss doch, dass er anders ist als andere!

Einige Ereignisse schienen mir etwas zu konstruiert und an den Haaren herbei gezogen. Dennoch, wer Teil 1 gelesen hat, der muss auch Teil 2 lesen. Man Frau will doch schliesslich wissen, wie es weiter geht, oder nicht? Die Geschichte ist in jedem Fall unterhaltsam und lustig.


Donnerstag, 2. Juli 2015

Buchthema Juli, August & September.

Normalerweise lesen wir Bücher, weil uns der Titel neugierig auf mehr macht, weil uns die Inhaltsangabe gefällt oder weil wir es einfach empfohlen bekommen haben. Manchmal kaufen wir aber auch Bücher, weil uns einfach das Cover gefällt. Geht Euch das manchmal auch so? 

Unser Thema für die Monate Juli, August und September lautet: 
"Lies ein Buch, welches Du gekauft hast, weil Dir das Cover so gut gefiel."


Bine liest:

Dienstag, 30. Juni 2015

Abschluß Buchthema April - Mai - Juni

 Das zweite Buchthema des Jahres  findet heute seinen Abschluß.
Es lautete "Lies eine Fortsetzung".
Bitte tragt euch in die Liste ein und vergesst nicht, euer gelesenes Buch hinter eurem Namen in Klammern zu setzen.

Morgen kommt das neue Thema für die nächsten drei Monate!