Freitag, 8. Juni 2012

Buchempfehlung: das verborgene Wort

"Waad bes dä Papp no Huss kütt!"

Ich habe dieses wunderbare Buch von einer Freundin beim Weihnachtswichteln geschenkt bekommen. Zum Glück! Denn sonst wäre ich nie in den Genuss dieser anrührenden Geschichte gekommen.

Hildegard wächst, in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, in einem kleinen Dorf, zwischen Köln und Düsseldorf, auf. Ihr Vater arbeitet in der Fabrik, die Mutter ist Putzfrau, die Oma eine strenge Katholikin, der kleine Bruder eben so, wie kleine Brüder nun mal sind. Nur der Opa fällt etwas aus dem Rahmen. Er verbringt viel Zeit mit den Kindern am Rhein, sammelt mit ihnen Buch- und Wutssteine und erzählt den beiden immer wieder Geschichten.


Hildegard liebt "Bööscher", flüchtet in Geschichten und Gedichten, legt eine Sammlung "schöner Wörter" an, strebt nach Höherem. Sie darf "op de Scholl" gehen, wird aber von ihrer Familie wie eine Aussätzige behandelt, denn sie ist anders. Sie spricht Hochdeutsch, ist klug und liest Bücher. "Häs de nix Besseres ze dun, als hie op dä fuule Huck ze lije, schrie der Vater". So ein Verhalten passt einfach nicht in diese rheinische kleinbürgerliche Provinz der Nachkriegszeit. 

"Aber wir sagten dat und wat und isch und misch, Kiresche (Kirche) und Kääze (Kerze) und folschten Jottes Wort. Eine gute gebratene Gans, mit goldener Gabel gegessen, ist eine Gute Gabe Gottes, sagte Mohren (ihr Lehrer). Keiner hatte es nachsprechen können. Bei jedem war die Jans auf der Jabel jeblieben."

Hildegard kämpft, will aus dieser Welt der Proletarier ausbrechen... ob sie es schafft, das verrate ich Euch nicht!

Die Geschichte wimmelt vor rheinischem Dialekt, das sollte der Leser wissen. Einige Wörter werden übersetzt, aber die meisten Dialoge sollte man lesen und verstehen können. 


Kommentare:

  1. Ui, ich wusste gar nicht, dass es einen zweiten Band gibt! Das Buch fand ich nämlich auch richtig gut. Also los, bevor die Geschäfte zu machen...

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  2. Klingt sehr spannend, auch wenn ich kölsch zu lesen immer sehr anstrengend finde. Und ohne wirkliche Übersetzung schränkt der Autor seinen Leserkreis ja sehr ein! ;)
    Danke für den Tip - ist notiert!

    Liebe Grüße
    Britta

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  3. Oh, das ist ein ganz, ganz zauberhaftes Buch! Eine Leseerlebnis ohne gleichen ... sehr zu empfehlen.

    Jetzt muss ich mal nach dem 2. Band schauen ... danke für den Tipp!

    <3lichst, Gisa

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  4. Habe das Buch auch gerade gelesen und bin auch sehr beeindruckt gewesen. Das mit dem zweiten Band wusste ich auch noch nicht und mal schauen, ob den unsere Bibliothek vorrätig hat.
    LG
    Kerstin

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  5. Vielen Dank für den Tipp – das wird dann gleich das Geschenk für eine sehr gute Kölner Freundin, die im Juli Geburtstag hat – und ich leg's mir bestimmt auch noch zu, wenn ich meine aktuelle schwedische Lektüre abgeschlossen habe! Freu mich schon auf "Töne" aus der Heimat!

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  6. Ich wusste gar nicht, dass "Aufbruch" der zweite Teil von etwas ist. Ich hab den Roman jetzt einfach außer Kontext gelesen, ging aber auch. Es lohnt sich übrigens ;)

    LG, Katarina :)

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  7. Halloooooo!!!

    Wo kann ich meine Biographie eintragen???????
    Danke für eure Hilfe!!

    LG- Katrin

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    1. Kathrin, wir verlängern das Buchthema Mai/Juni um einen weiteren Monat, da wir schon im Ferien-Urlaubsmodus sind! GLG Bine

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  8. ich habe mir jetzt dazu auch die Fortsetzung von Ulla Hahn, "Aufbruch" geholt...Mal sehen, wie das Leben von Hilla weitergeht.

    LG, Heike

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