Donnerstag, 19. Juli 2012

Buchempfehlung: Schloss aus Glas

Hätte mir jemand erzählt, dass diese Lebensgeschichte eine wahre Geschichte ist, ich hätte geantwortet: Niemals. Auf keinen Fall. Glaube ich nicht. 


Jeannette Walls' Leben ist ein einziges großes Abenteuer. Zusammen mit ihren Eltern und ihren drei Geschwistern erlebt sie Dinge, von die manche nicht zu träumen wagen. Der Vater, ein notorischer Lügner, der den Kindern Sterne zu Weihnachten schenkt, mit Jeannette auf Dämonenjagd geht und ständig seine Jobs verliert, weil in jeder Firma die Gestapo lauert, fährt seine Familie durch ganz Amerika. Immer auf der Flucht und immer auf der Suche nach einem neuen Abenteuer. Die Mutter, eine Künstlerin, lebt in ihrer eigenen Welt. Das Leben ist ihr zu kurz, um sich darum zu kümmern, was andere Leute denken. 

Die Kinder entwickeln eine unglaubliche Fähigkeit, sich durch's Leben zu schlagen, Essen zu suchen und zu finden und aus allem das Beste herauszuholen. 

Bis sie erwachsen sind. Dann haben sie nämlich keine Lust mehr auf das Leben, welches ihre Eltern führen und versuchen sich frei zu strampeln, eigene Wege einzuschlagen, ein anderes Leben zu führen.

Diese Lebensgeschichte ist absolut lesenswert! Ich musste schmunzeln, habe mitgelitten, musste bedauern und habe beneidet... eine Wechselbad der Gefühle!

Kommentare:

  1. Ich habe das Buch bereits im letzten Jahr gelesen und war absolut gefesselt. Teilweise konnte ich einfach nicht glauben, was den Kindern alles zugemutet wurde. Empfehlenswert ist -vielleicht vorher, aber nicht zwingend erforderlich- auch das Buch "Ein ungezähmtes Leben", in dem die Geschichte ihrer Großmutter erzählt wird. Nicht ganz so spektakulär wie das Schloss, aber nicht minder schön!
    Lieber Gruß, Christina

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  2. Das Buch befindet sich auch noch in meinem SuB - dann sollte ich es wohl mal schnellstmöglich lesen. Danke für den Tipp (:

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  3. komisch, ich habs geschenkt bekommen... uns so sehr ich realitaetsnahe bücher mag - das hier hat von mir ein: geht gar nicht bekommen. sprachlich und inhaltlich so gar nicht meins (auch wenn ich viele kenne, die es gut finden).

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  4. Ich hab´s mir gleich runtergeladen, nachdem ihr es hier empfohlen habt. Ich habe es vor nicht einmal 2 Tagen angefangen und werde es wohl spätestens heute abend beenden. Ich bin durchweg fasziniert von der Geschichte. Ich kann gar nicht fassen, wie diese Kinder ihr Leben gemeistert haben. Hochintelligent (auch die Eltern), aber in einem Leben, bei dem die Aufgabe der Eltern für ihre Kinder da zu sein, vollkommen daneben ging. Hunger, Kälte, Häuser ohne Strom und Isolierung und Müllhalden im Garten...ein versoffener Vater, der seine eigenen Kinder beklaut,eine manisch-depressive (?) Mutter, die sich regelmäßig selbst bedauert...ich werde sicher noch lange über das Buch nachdenken.

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