Dienstag, 15. Januar 2013

Polarrot.

Heute habe ich eine wunderbare Buchempfehlung für Euch!

Polarrot war einst der Farbton, der Hakenkreuzfahnen der Na*zis. Dank des Reichsbeflaggungsgesetztes von 1935 hatten damals deutsche Städte, Vereine, Ämter und Co. einen immensen Bedarf daran und Jack Breiter liefert ihnen diese Textilfarbe- Hektoliter um Hektoliter!


Jack Breiter, der sich gerne Jaques nennt, weil es einfach weltmännischer klingt, aber eigentlich Jakob heisst, ist ein Aufschneider, ein Lebemann, ein Lebenskünstler und immer auf der Suche nach dem Glück und die besten Umsätze. Er will reich werden, reich sein und dazu gehören. Will seine Herkunft und den Ziegenstall endlich hinter sich lassen.

Er ist ein armer Mann aus dem Toggenburg, der in den 1920er sein Leben in die Hand nimmt und nach Höherem strebt. Als Page in einem mondänen Hotel in St. Moritz mag er nicht mehr arbeiten. Er begeht einen großen Fehler und wird entlassen.  

Jack macht sich auf nach Basel, nimmt ein paar Jobs an, lernt seinen besten Freund kennen und landet eines Tages bei der Firma I.P. Gugy AG. Er kann verhandeln und sich und alles andere gut verkaufen und wird als Handlungsreisender eingestellt.

Von Basel aus fährt er regelmäßig nach Deutschland und versorgt die Na*zis mit der begehrten Textilfarbe: polarrot.

Es läuft alles rund, Jack verdient gut und gelangt zu Ruhm und Ehre, bis er sich in die Firmenchefin Charlotte verliebt. Sie ist Halbjüdin und es kommt, wie es kommen muss. Als Jack "jüdisches Gold" über die Grenze schmuggelt, wird er erwischt...

Man könnte meinen, damit sei die Geschichte oder das Leben des Jack Breiter beendet, mit Nichten. Er kommt wieder auf die Beine, rappelt sich hoch und zieht mit einer neuen Liebe ins Jura an die französische Grenze und arbeitet dort im Untergrund. Natürlich immer bedacht darauf, für sich selbst ordentlich Geld an die Seite zu schaffen.

Eigentlich ist Jack ein Aufschneider, den man nicht mögen sollte, aber ich mochte ihn. Er findet immer wieder einen neuen Weg, gibt nicht auf, läßt sich nicht unterbuttern und kämpft. Dieser Roman ist einfach grandios, wunderbar geschrieben, keine Sekunde langweilig, spannend und einfach schön! Absolut lesenswert!


Kommentare:

  1. Vielen Dank für diese Empfehlung. Von der Farbe Polarrot hatte ich noch nie gehört.
    Natürlich gibt es auch eine epub-Ausgabe und hurra, die Kölner Stadtbibliothek hat es und es war verfügbar. Ratzfatz - gleich ist es auf meinem neuen eReader!
    Liebe Grüße

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  2. Danke für den tollen Tip und liebe Grüße!!! Melanie

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  3. Das klingt aber sehr interessant, da gucke ich mal vorbei :))

    Außerdem Bine wollte ich dich fragen, ob du Lust hast, an meiner Buchbloggeraktion teilzunehmen :) Ich selbst poste am Ende jedes Monats eine Übersicht über die Bücher, die ich gelesen habe und gebe einen kurzen Kommentar ab, für wen es passend wäre und ob ich es empfehlen kann.
    Da ich mich freuen würde, wenn man sich als Leser durch viele verschiedene Posts dieser Art klicken kann und so viele Eindrücke bekommt, habe ich diese Aktion http://www.duoderderrestderwelt.de/2013/01/aufruf-macht-mit-und-lest-mehr-in-2013.html ins Leben gerufen. Ich würde mich riesig freuen, wenn du mal vorbei schauen würdest und eventuell sogar mitmachst :)
    LG mioli ♥

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