Montag, 13. Mai 2013

Buchempfehlung: Das Maikäfermädchen von Gina Mayer

"Das Maikäfermädchen" von Gina Mayer ist ein Buch, das einen lange nicht losläßt. Und bei dem man sich unweigerlich fragt, wie hätte ich mich in dieser Situation verhalten.
Düsseldorf im Winter 1945: Käthe Mertens leidet Hunger und haust in einer winzigen Dachkammer ohne Fenster. Als Hebamme hält sie sich über Wasser, doch keiner hat mehr Geld, keiner hat etwas zu Essen. Stunden steht sie in eisiger Kälte an, um Graupen zu ergattern und geht doch meistens ohne etwas nach Hause. Eines Tages spricht sie ein junges Mädchen an. Es ist ängstlich und zeigt Käthe den wertvollen Pelzmantel, den sie unter ihrem zerschlissenen Mantel trägt. Das Mädchen ist schwanger. Und wie kann Käthe ihr nicht in ihrer Not helfen? Obwohl sie geschworen hat, das Leben zu schützen? Und ihr bereits bei ihrer ersten vorgenommenen Abtreibung klar ist, dass weitere Mädchen und Frauen folgen werden.

"Sie können den Mantel haben", sagte das Mädchen, "wenn Sie mir helfen." (...) Wieviel mochte der Mantel wohl wert sein? Einen Sack Kartoffeln, Kohle für zwei Wochen, Fett und Grieben und Kohl und vielleicht sogar ein paar Eier. (...) "Wobei soll ich dir helfen?" fragte Käthe und wusste schon Bescheid. Und ahnte bereits die Folgen. Dass es nicht bei diesem einen Pelzmantel bleiben würde und bei einem einzigen Mal, dass das, was nun begann, weitergehen würde, bis es nicht mehr weiterging.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für diesen tollen Buchtippe. Ich werde das Buch gleich bei meinem nächsten Lesekreistermin als Lektüre vorschlagen!!!

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  2. Ich bin gerade durch Zufall auf diesen Blog gestoßen und sehr erfreut, ein Buch aus dem Hause Rütten & Loening hier zu finden!

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