Mittwoch, 11. Dezember 2013

Winterpalast

Es gibt Bücher, die lese ich in einem Rutsch, in wenigen Tagen aus. Und dann gibt es Bücher, für brauche ich gefühlt Wochen. Sie rufen mich abends nicht "Komm', lies weiter!". Sie wollen gelesen werden, aber ziehen mich nicht so sehr in die Geschichte hinein.


So war es mit Winterpalast. Der Grund: keine der Protagonistinnen (es geht in dem Buch in erster Linie um Frauen) war mir so symphatisch, dass ich mehr übe sie erfahren wollte. 

Die Geschichte wird von der Hauptdarstellerin Barbara erzählt, die Tochter eines Buchbinders aus Polen, die in Russland aufwächst. Nach dem Tod ihrer Eltern gelangt sie nach St. Petersburg an den kaiserlichen Hof und wird zur Spionin der Kaiserin Elisabeth. Geheime Gänge, Getuschel unter den Dienstboten, verdeckte Türe, Risse in Wänden, Intrigen, Gerüchte, ... nichts bleibt vor ihr geheim. Jede Nacht ruft die Kaiserin sie zu sich und Barbara, bzw. Varvara, wie sie von den Russen genannt wird, erzählt.

Als die spätere Katharina die Große an den Palast kommt, um den Thronfolger zu ehelichen und einen Nachfolger zu gebären, wird sie deren Vertraute und beste Freundin. Sie hilft ihr den Weg auf den Thron zu erklimmen, nimmt Niederschläge und ein Doppelleben in Kauf.

Eine wirklich gute Geschichte, perfekt für die kalten Tage, denn in St. Petersburg ist es immer kalt und zugig. 

Obwohl der Leser viel über Barbara, ihr Leben, ihre ungewollte Ehe, ihre Tochter und das Leben am Zarenhof erfährt, mich zog die Geschichte nicht in ihren Bann. Ich wollte zum Schluss nur noch wissen, wie Katharina (die Unscheinbare, die Hilflose) zu Katharina die Große wird. Solltet Ihr gerne historische Romane lesen, dann ist dieser auf jeden Fall eine gute Wahl.


Taschenbuch: Winterpalast, Eva Stachniak, 529 Seiten, Insel Verlag
Kindle Eition: Winterpalast, Eva Stachniak, 1534 kb, Insel Verlag




Kommentare:

  1. Genau so ging es mir auch beim Lesen..und trotzdem überlege ich den zweiten Roman über das weitere Leben von Katharina der Großen zu lesen. Vielleicht mal aus der Bücherei ;)

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  2. Ich fand bei diesem Buch das Cover so anziehend und deine Zusammenfassung war auch interessant... aber ich mag es absolut nicht mich durch Bücher durchzukämpfen... und deine Beschreibung klingt als würde einem das bevorstehen :|

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  3. Dieses Buch hatte ich mir Anfang des Jahres bei der Onleihe geliehen. Ich war - naja - so ähnlich zwiegespalten gewesen wie du jetzt. Dementsprechend habe ich auch ziemlich lange gebraucht, um es zu lesen. Da ich ab und an aber gerne historische Romane lesen, die echte Personen beschreiben, kann es trotzdem sein, dass ich zum Nachfolgeroman greife.

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