Montag, 1. September 2014

Die kurzen und die langen Jahre

Simon verliebt sich in die um Einiges ältere Sylvie. Er träumt von ihr, wünscht sich Nähe, will mit ihr zusammensein. Sylvie fühlt sich ebenfalls zu Simon hingezogen. Sie kann nicht ohne ihn, nimmt immer wieder Kontakt zu ihm auf, breitet in ihren Briefen ihre intimsten Gefühle vor ihm aus.


Sie lernen sich durch einen seltsamen und schrecklichen Umstand kennen. Die beiden bleiben sich ewig eng verbunden, aber immer wieder rauscht der Zeitpunkt für eine echte Beziehung an ihnen vorbei. Sie gehen getrennte Wege, kommen sich dann wieder ganz nah, verbringen Zeit zusammen, kommunizieren aber am besten per Brief. Simon wartet. Wartet. Wartet. Kurze Jahre, lange Jahre.

Mir hat Simon unendlich leid getan, denn er ist ein Leben lang an Sylvie gebunden, auch dann noch, als er schon gar nicht mehr weiß, wo sie lebt. Auch, als er selbst eine Familie gründet und eigentlich auf dem besten Wege ist, sich von ihr zu trennen. Sylvie ist und bleibt in seinem Herzen verankert. Auch wenn ich Verständnis für Sylvie hatte, mich hat es teilweise richtig geärgert, dass sie Simon immer wieder als Seelenklempner für sie hinhalten musste.

Thommie Bayer hat mit "Die kurzen und die langen Jahre" eine schöne und sehr einfühlsame Liebesgeschichte geschrieben, die in den 70er Jahren beginnt und beinahe 50 Jahre dauert.



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