Dienstag, 16. August 2016

Tausend kleine Lügen.

Das beschauliche Küstenstädtchen Pirriwee entpuppt schon auf den ersten Seiten als ein Nest fieser Intrigen, schlimmer Geheimnisse, Lügen und Lästereien. Die Grundschule ist eine mobbingfreie Zone. Es wird nicht schikaniert, nicht geärgert, nicht gelogen und nicht einander weh getan. Von wegen!

Jane ist neu in Pirriwee. Sie ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit und hofft auf eine bessere Zukunft für sich und ihren kleinen Sohn Ziggy. Ziggy wächst ohne Papa auf. 

Tausend kleine Lügen | Liane Moriarty | waseigenes.com

Das Drama beginnt am Infoabend, bei dem die kleine Amabelle Ziggy beschuldigt, sie gewürgt zu haben und endet beim Elternquizabend, bei dem sich die Eltern prügeln und zum Schluss eine Leiche im Garten liegt.

Dazwischen erzählt Liane Moriarty den Alltag der Mütter und Familien. Auf der einen Seite: Madeline und Celeste, die ganz klar auf Janes Seite stehen und nicht glauben wollen, dass Ziggy tatsächlich Amabelle gewürgt hat und auf der anderen Seite: Renata, Amabelles Mutter und ihre Fangemeinde, die eine Unterschriftensammlung gegen Ziggy starten.

Unterstützt werden sie von den blonden Bobs, ein Kreis von Helikopter-Müttern, die die Schule regieren, in verschiedenen Gremien sitzen und ihre Aufgaben extrem ernst nehmen.

Die Mütterlager sind gespalten, da wird gegiftet und hintergangen, gelästert und manipuliert was das Zeug hält. 

Madeline, Celeste und Jane übernehmen die Hauptrollen. Von den dreien erfährt der Leser am meisten. Madeline, lebt vom Vater ihrer ältesten Tochter getrennt. Leider lebt er jedoch mit seiner neuen Frau ebenfalls im Pirriwee. Madeline hat große Sorgen und Nöte wegen ihrer Teenager Tochter und ist extrem eifersüchtig, als diese ihr eröffnet, dass sie zukünftig bei ihm Vater und seine Öko-Frau leben will.

Celeste mangelt es an nichts. Ihr Mann verdient so viel Geld, dass er gar nicht weiß, wohin damit. Die beiden haben zwei quirlige Zwillingssöhne, die Celeste ganz schön auf Trab halten. Ihr Mann schlägt sie mir ins Geschieht, so dass sie ihre blauen Flecken unter ihrer schicken Kleidung verstecken kann.

Jane ist noch sehr jung. Sie leidet extrem unter den Anschuldigungen, denen ihr kleiner Ziggy ausgesetzt ist. Sie zweifelt und fragt sich immer wieder, ob er vielleicht doch...?! Schliesslich hatte sie damals eine folgenschwere Erfahrung mit seinem Vater gemacht. Aber darüber möchte sie nicht sprechen.

Die Geschichte springt in den Zeiten, es wird zurück geblickt und dann wieder in die Zukunft geschaut. Liane Moriarty erzählt trocken und knackig, bringt die Tatsachen auf den Punkt, redet nicht lange drum herum und läßt den Leser dennoch immer wieder im Ungewissen. 

Zwischendurch wirft sie immer wieder die Zeugenaussagen zum besagten Elternabend ein, streut immer wieder neue Meinungen und Einschätzungen rund um den Todesfall und um die Anschuldigungen gegen Ziggy ein. Und dann ist da noch dieses hübsche Au Pair...

Eine wahnsinnig gute Geschichte! Wahnsinnig gut und frisch erzählt! Liane Moriarty kommt auf jeden Fall auf meine Liste der Lieblingsautoren.








Kommentare:

  1. ...ich habe mir gleich mal die Leseprobe auf den Reader geholt...das mache ich bei deinen Empfehlungen immer und die meisten Bücher habe ich dann sehr gerne gelesen...wollte einfach mal Danke sagen für die Inspiration,

    liebe Grüße
    Birgitt

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  2. Das freut mich sehr, Brigitte! :-) Diese Buch wird Dir bestimmt gefallen. Ich fand's großartig!
    LG Bine

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  3. Klingt super, warte noch aufs Taschenbuch und dann wird es gelesen. Danke für die Empfehlung!

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